Förderband für die abgebaute Kohle
Förderband für die abgebaute Kohle

Einen Blick in die „Unterwelt“ tun, wer wollte das nicht immer schon einmal. Wir haben mit unserer Veranstaltung am 26.04.2025 die Gelegenheit dazu gehabt. Mit 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren wir im Besucherstollen des Bergbaumuseums in Borken und konnten uns über die längst entschwundene Arbeitswelt tief unter dem Borkener Amtsgericht informieren. Wir konnten vor Ort erleben, wie schwer und auch gefährlich die Arbeit der Bergleute unter Tage war und noch heute so täglich in der ganzen Welt unter ähnlichen Bedingungen Menschen arbeiten müssen. Zum Teil ohne jegliche Schutzvorkehrungen und keinerlei Arbeitssicherheitsbedingungen werden diese Menschen ausgenutzt – und das im 21. Jahrhundert.

Trotz vieler Sicherheitsvorkehrungen ereignete sich am 1. Juni 1988 in Stolzenbach (Borken), eine Kohlenstaubexplosion. Es war eines der schwersten Bergbauunglücke in der Nachkriegsgeschichte. 51 Bergleute starben, nur 6 überlebten. Uns wurde die Geschichte – wie das Überleben der 6 Bergleute möglich war – und ihre wundersame Rettung sehr anschaulich erklärt.

Das Bergbaumuseum Borken arbeitet die Geschichte des Unglücks auf. Mit vielen schwarz-weiß Fotos ist damit das Museum auch gleichzeitig eine Gedenkstätte für die Opfer.

Neben diesem tragischen Unglück gab es auch eine sehr lustige Geschichte von den Bergleuten, die von der harten Arbeit kaputt waren und den weiten Weg (teilweise 5 – 6 km) bis zum Ausgang nicht mehr laufen wollten. Sie legten sich auf das Förderband, mit dem die Kohle aus dem Stollen geschafft wurde. Dabei kam es auch schon mal vor, dass ein Kumpel auf dem Band einschlief und den rechtzeitigen Absprung sprichwörtlich verschlief. Damit da nichts passieren konnte, obwohl das Mitfahren auf dem Band verboten war, hing an der Ausstiegsstelle ein großes quadratisches Stück Leder (dafür gibt es einen speziellen Ausdruck, neugierig? Dann besucht das Museum und erfahrt es vor Ort). Wenn der Schlafende mit dem Kopf davor prallte, war er ganz schnell munter und konnte so noch rechtzeitig vom Band springen.

Den Besucherstollen haben Bergleute in ihrer freien Zeit selbst aufgebaut. Viele Maschinen, sind in mühevoller Arbeit auseinandergebaut und in dem „Musterstollen“ wieder zusammengebaut worden. Alle Maschinen konnten wir in „Arbeit“ erleben. Eine Erleichterung bei der schweren Arbeit, aber furchtbar laut. Über Stunden, Tag für Tag, hat bei so manchem Bergmann das Gehör enormen Schaden genommen.

Im Anschluss an die Führung sind wir im benachbarten griechischen Restaurant „Pegasus“ zu einem gemeinsamen Mittagessen zusammengekommen. Hier gab es noch das eine oder andere Gespräch über das zuvor Erlebte. Die allgemeine Meinung, ein lohnender und interessanter Vormittag.

unser Kollege Boris Behnke hat einige tolle Fotos von der Besichtigung über diesen Link bereitgestellt: https://photos.app.goo.gl/ZXqi64UmU84c9mBfA

Kategorie

Datum

1. Mai 2025

Lesezeit

3 Minuten

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