Internationaler Frauentag 08. März 2026
„Gleichstellung ist kein Frauenthema“
Ein Beitrag von Birgit Biermann, stellvertretende Vorsitzende der IGBCE
Seit mehr als 100 Jahren gibt es den Internationalen Frauentag, an dem für die Rechte der Frauen demonstriert wird. Trotz sehr vieler Fortschritte in den vergangenen Jahrzehnten hat der Tag aber nichts an Aktualität verloren: Denn nach wie vor sind Benachteiligungen in der Arbeitswelt, niedrigere Einkommen und ungleich verteilte Lasten bei der Care-Arbeit Realität für viele Frauen.
„Mitbestimmen. Mitgestalten. MehrWert Gleichstellung“ – so lautet in diesem Jahr das Motto des Internationalen Frauentags, der wie immer am 8. März stattfindet. Allerdings, so betont Birgit Biermann, die stellvertretende Vorsitzende der IGBCE, setzte sich die IGBCE nicht nur an diesem Datum für dieses Leitmotiv ein, „sondern jeden Tag.“ Sie hebt hervor: „Gleichstellung ist kein Frauenthema. Sie ist ein Zukunftsthema und ein Gerechtigkeitsthema für die gesamte Arbeitswelt Und genau deshalb gehen wir weiter. Entschlossen. Solidarisch. Und mit der tiefen Überzeugung: Gleichstellung ist Zukunft und wir gestalten sie.“
Für die IGBCE ist klar: Tarifbindung und betriebliche Mitbestimmung sind ein entscheidender Hebel, um die Interessen von Beschäftigten – besonders von Frauen – durchzusetzen. Auch, indem sich Frauen vermehrt einmischen und einbringen, wie Biermann erklärt: „Frauen gehören an die Tische, an denen Entscheidungen getroffen werden, nicht als Randnotiz, sondern mit echter Wirkung.“ Denn Transformation gelinge nur, wenn sie unterschiedliche Lebensrealitäten berücksichtigt. Frauen würden Erfahrungen und Perspektiven einbringen, die für moderne Arbeitsformen, Vereinbarkeit und innovative Lösungen zentral seien. Unternehmen profitieren, wenn Frauen gleiche Chancen erhalten und Vereinbarkeit nicht als Privatproblem, sondern als zentrale Aufgabe der Arbeitswelt begriffen wird. Und wer Fachkräfte sucht, kann auf Frauen nicht verzichten.
Deswegen gelte, so Biermann: „Der 8. März bleibt ein Auftrag. In der gegenwärtigen Situation lautet unser Auftrag jeden Tag: Wir machen keine Rolle rückwärts. Nicht jetzt – in einer Weltlage, in der Gleichstellung immer stärker unter Druck gerät, von internationalen Kräften angegriffen und ins Wanken gebracht wird.“ Polarisierung, Hass und antifeministische Hetze würden bedrohen, „was wir mühsam erkämpft haben“. Auch in den Betrieben werde der Ton rauer. „Beschäftigte werden gegeneinander ausgespielt, Angriffe auf unsere Errungenschaften nehmen zu“, kritisiert die stellvertretende IGBCE-Vorsitzende. „Als IGBCE‑Frauen stehen wir deshalb nicht nur für Gleichstellung ein, wir kämpfen dafür. Weil wir wissen, wie brüchig Fortschritt wird, wenn wir nicht gemeinsam hinschauen, laut bleiben und Haltung zeigen. Wir lassen uns nicht spalten. Wir lassen uns nicht einschüchtern. Wir halten zusammen für eine Arbeitswelt, in der Respekt, Teilhabe und Gerechtigkeit nicht verhandelbar sind.“
Passend zum Frauentag hat die IGBCE wieder speziell eine kostenfreie Webinar-Reihe für weibliche Mitglieder, aber auch Nicht-Mitglieder aufgelegt, die unter dem Motto „Wir sprechen es an“ steht. Die fünf Online-Seminare finden im Zeitraum vom 22. März bis 22. April statt, jeweils abends von 18 bis 20 Uhr. Themen sind unter anderem „Macht ist kein Tabu – wie Frauen Macht und Selbstwirksamkeit entfalten“ oder „Sexismus am Arbeitsplatz erkennen und wirksam begegnen“.