Bergbaumuseum Borken
Organisiert von: Boris Behnke
Samstag, 26.04.2025 Führung im Besucherstollen des Hessischen Braunkohle Bergbaumuseums in Borken
Wir treffen uns um 10.45 Uhr am Museum – unsere Führung beginnt um 11.00 Uhr. Da wir möglichst in Fahrgemeinschaften fahren wollen, ist für die Organisation derselben unsere Vorsitzende Hannelore Diederich zuständig (bitte, mit ihr Kontakt aufnehmen, Tel. 0561-514420). Im Anschluss an die Führung gibt es ein gemeinsames Mittagessen. Ein paar Schritte vom Museum entfernt liegt die griechische Gaststätte „Pegasus“, dort sind entsprechend Plätze für uns reserviert. Alle Kosten übernimmt wie immer die Ortsgruppenkasse.
Was ist zu sehen? In der HNA war vor ein paar Tagen unter der Rubrik Freizeit ein Artikel über das Bergbaumuseum zu lesen: „Man sollte viel Zeit und gute Nerven für dieses Museum mitbringen, denn der Besucherstollen ist deutlich spektakulärer als man von außen vermutet: die Besucher tauchen mit wenigen Schritten in eine dunkle, längst entschwundene Arbeitswelt tief unter dem alten Borkener Amtsgericht ein.
Wir erleben die Welt „unter Tage“, die man sich sicher so nicht vorstellt. Männer, die in Hitze, Staub und Dunkelheit ihre schwere Arbeit erledigen, sie hauen die Kohle aus den Wänden und schaufeln sie dann in die Förderwagen. Teilweise sind die Stollen so niedrig, dass die Arbeit nur im Bücken verrichtet werden kann. Und über allem schwebt die Angst vor Kohlenstaubexplosionen, Wassereinbrüchen und weiteren Gefahren.
Am 1. Juni 1988 ereignete sich in Stolzenbach, einem kleinen Stadtteil von Borken, eine Kohlenstaubexplosion. Es war eines der schwersten Bergbauunglücke in der deutschen Nachkriegsgeschichte. 51 Bergleute starben, nur 6 überlebten.
Das Bergbaumuseum Borken arbeitet die Geschichte des Unglücks auf und mit zahlreichen schwarz-weiß Bildern kann die Katastrophe nachvollzogen werden und ist damit auch gleichzeitig eine Gedenkstätte für die Opfer.
Die Zeit des Bergbaus in Deutschland ist Geschichte. Aber erinnern wir uns an die Zeit nach dem 2. Weltkrieg:
Der Vertrag über die Gründung einer „Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl“ (EGKS) – auch Montanunion genannt – wird am 18. April 1951 geschlossen. Er sieht für die Dauer von 50 Jahren die Schaffung eines gemeinsamen Marktes für die Kohle und Stahl erzeugende Industrie vor. Das bedeutete, dass alle Mitgliedsstaaten Zugang zu Kohle und Stahl – ohne Zoll zahlen zu müssen – hatten. Der Montanunion wird nachgesagt, sie sei einige Jahre lang das Schwungrad des wirtschaftlichen Wachstums in Westdeutschland gewesen. Der Vertrag lief am 23. Juli 2002 aus und wurde nicht verlängert, da durch die Gründung der Europäischen Union die Aufgaben von dieser übernommen wurden.
Mit unserer Führung durch den Bergbaustollen bekommen wir sicher einige unvergessliche Eindrücke in die Arbeitswelt von „gestern“. Das ist mit heute kaum zu vergleichen, wir leben jetzt in einer Welt, die von Computern und künstlicher Intelligenz gesteuert wird.
Vielleicht wirft der/die Eine oder Andere auch einen wehmütigen Blick zurück